| Projektteam: | Brigitte Temel (Projektleitung) Lucia Delgado Freiberg Isabel Meuser |
|
|
|
|
|
| Finanzierung: | BM Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz – Abt. V/B/3 | |
|
|
|
|
| Laufzeit: | Dezember 2025 – November 2027 | |

Im vorliegenden Projekt wird auf mehrere aktuelle Problemstellungen reagiert, mit denen Jugendliche in Österreich konfrontiert sind: Zum einen ist gegenwärtig eine Abnahme von Vertrauen in unterschiedliche Institutionen der repräsentativen Demokratie bei Jugendlichen in Österreich zu beobachten: dies betrifft nicht nur das demokratische politische System insgesamt, sondern auch das Bildungssystem oder den Bereich der Medien. Gleichzeitig ist eine Zunahme der Zustimmung zu menschenfeindlichen Ideologien (Misogynie, Antifeminismus, Rassismus, Antisemitismus…) bei Jugendlichen zu beobachten. Diese Situation stellt einen gefährlichen Nährboden und ein Einfallstor für extremistische Narrative, Ideologien und Deutungsangebote dar. Das gegenständliche Projekt reagiert auf diese komplexe Gemengelage und sich daraus ergebende Herausforderungen.
Demokratiestärkung gilt als eine grundlegende Form der Extremismusprävention. Dieses Projekt geht von einem „breiten“ Extremismusverständnis aus, das heißt es verfolgt keine singuläre, auf nur einen extremistischen Phänomenbereich reduzierte Präventionsstrategie. Diese Vorgangsweise hat mehrere Gründe: Zum einen sind viele Ungleichheitsideologien phänomenübergreifend in allen Extremismen zu finden, beispielsweise Misogynie, Antifeminismus oder starre Geschlechterordnungen, die mehr oder weniger unabhängig von spezifischen Extremismen gleichermaßen unerfüllte Bedürfnisse und Sehnsüchte adressieren und damit attraktiv für Jugendliche sein können. Zum anderen haben sich Radikalisierungswege/-prozesse – nicht zuletzt durch Social Media – in den letzten Jahren verändert. So zeigen Analysen von Radikalisierungspfaden zunehmend hybride Formen unterschiedlicher extremistischer Strömungen, welche sich in der Ideologisierung einzelner Individuen überschneiden. Daher ist es nur eingeschränkt sinnvoll, Extremismusprävention leidglich auf einen Phänomenbereich auszurichten.
Vor diesem Hintergrund umfasst das Projekt zwei gleich gewichtete Projektebenen:
-
Workshops mit Schüler:innen in Österreich, in denen Jugendliche sich lebensweltorientiert und partizipativ kritisch mit aktuellen Krisennarrativen befassen und in diese intervenieren (z.B. künstlerische Aktionen im öffentlichen Raum, Erstellung von Social-Media-Content, Podcasts). Die Workshops stärken gleichermaßen Demokratiekompetenzen bei Jugendlichen und fördern Resilienz gegen extremistische Narrative und Ideologien.
-
Basierend auf den durchgeführten Workshops und der diese begleitenden formativen Projektreflexion werden im Sinne des „Train the Trainer“-Ansatzes Lehrer:innen und weitere Berufsgruppen in der Jugendarbeit trainiert, das Projekt selbst umzusetzen. Dies gewährleistet eine erste Verbreitung des Projekts österreichweit in unterschiedlichen Schul(typen) sowie weiteren Bildungszusammenhängen (z.B. Offene Jugendarbeit).