BeWirkt – Wirkungsevaluation der österreichischen Bewährungshilfe


Projektleitung: Veronika Hofinger
(Institut für angewandte Rechts- und Kriminalsoziologie, Universität Innsbruck)
Projektteam am IKF: Viktoria Eberhardt
Günter Stummvoll


Bedarfsträger: NEUSTART


Finanzierung: Das Projekt wurde finanziert im Sicherheitsforschungs-Förderprogramm
KIRAS des Bundesministeriums für Finanzen.


Laufzeit: 01.01.2024 – 28.02.2026

Bewährungshilfe unterstützt straffällig gewordene Personen dabei, sich mit der begangenen Straftat auseinander zu setzen und eine erneute Straftat („Rückfall“) zu vermeiden. Darüber hinaus zielt die Bewährungshilfe darauf ab, die Klient:innen bei der Sicherung ihrer eigenen Lebensgrundlage zu unterstützen und ihnen zu helfen, konstruktive Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen vorzunehmen. Dieses Projekt untersuchte die Auswirkungen der Bewährungshilfe auf die Lebens-, Bildungs-, Familien-, Einkommens- und Wohnsituation, auf den Gesundheitszustand und auf die Entwicklung prosozialer Einstellungen und Kompetenzen der Klient:innen und analysierte die Wechselwirkung dieser Faktoren mit der Rückfälligkeit.

Zur Umsetzung des Projekts entwickelte das IKF gemeinsam mit dem IRKS (Projektkoordinator) und dem Verein NEUSTART (Bedarfsträger) ein komplexes Studiendesign: In einem ersten Schritt wurden die Wirkungsziele der Bewährungshilfe identifiziert. Die entsprechenden Wirkungsindikatoren wurden für die Entwicklung eines Fragebogens operationalisiert. Mit dem Fragebogen wurden über 400 Klient:innen befragt. Darüber hinaus wurden die jeweiligen Bewährungshelfer:innen zu ihren Arbeitsmethoden befragt und Kenntnisse aus der NEUSTART-Dokumentation in die Evaluation integriert.

Aus diesem multiperspektivischen Studiendesign wurden Faktoren wie Methoden, Verlauf, Dauer, Intensität der Bewährungshilfe etc. in ihrer Wirkung auf die Klient:innen untersucht. In der Auswertung kam ein Vergleichsgruppendesign zur Anwendung, bei dem unterschiedliche Teilstichproben miteinander verglichen wurden, um Erkenntnisse über Wirkzusammenhänge zu generieren. Mit regressionsanalytischen Modellen ließen sich Wirkfaktoren identifizieren und Hypothesen über Zusammenhänge überprüfen. Schließlich wurden in qualitativen Interviews vertiefende Einsichten gewonnen und mit den quantitativen Daten zusammengeführt. Aus den erzielten Wirkungserkenntnissen wurden gemeinsam mit dem Bedarfsträger evidenzbasierte Empfehlungen zur Optimierung der Bewährungshilfe erarbeitet, die sowohl in die Praxis als auch in den wissenschaftlichen Diskurs Eingang finden.