{"id":3685,"date":"2023-02-13T10:46:58","date_gmt":"2023-02-13T10:46:58","guid":{"rendered":"http:\/\/test-ikf.online\/?page_id=3685"},"modified":"2023-08-29T07:07:12","modified_gmt":"2023-08-29T07:07:12","slug":"2021-wohnungslose-frauen-und-gewalt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/schwerpunkte\/sicherheit\/gewalt\/2021-wohnungslose-frauen-und-gewalt","title":{"rendered":"2021: Wohnungslose Frauen und Gewalt"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-atomic-blocks-ab-container alignfull ab-block-container\"><div class=\"ab-container-inside\"><div class=\"ab-container-content\"><div id=\"pl-gb3685-69f250bdbe130\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-gb3685-69f250bdbe130-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-gb3685-69f250bdbe130-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-gb3685-69f250bdbe130-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_media_image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2554\" height=\"10\" src=\"https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/linie_IKF.jpg\" class=\"image wp-image-754  attachment-full size-full\" alt=\"\" style=\"max-width: 100%; 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width: 100%; border-collapse: collapse;\" border=\"1\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.8421%;\">Project team:<\/td>\n<td style=\"width: 84.1579%;\" colspan=\"2\">Dr.<sup>in<\/sup> Birgitt Haller (project management)<br \/>\nViktoria Eberhardt, BA Bakk.phil MA<br \/>\nBrigitte Temel , BA BSc MA<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.8421%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 26.8361%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 57.3218%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.8421%;\">Funded by:<\/td>\n<td style=\"width: 84.1579%;\" colspan=\"2\">Frauenservice der Stadt Wien<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.8421%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 26.8361%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 57.3218%; height: 24px;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.8421%;\">Completed in:<\/td>\n<td style=\"width: 84.1579%;\" colspan=\"2\">Mai 2021<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15.8421%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 26.8361%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 57.3218%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 15.8421%; height: 24px;\"><\/td>\n<td style=\"height: 24px; width: 84.1579%;\" colspan=\"2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Document-Folder-e1615278415108.png\" width=\"28\" height=\"28\" align=\"left\" \/> <a href=\"https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/wohnungslose-frauen-und-gewalt.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Final Report (german)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n<div style=\"color:#404168\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-spacer gb-block-spacer gb-divider-solid gb-spacer-divider gb-divider-size-1\"><hr style=\"height:3px\"\/><\/div>\n\n\n\n<div style=\"color:#404168\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-spacer gb-block-spacer gb-divider-solid gb-divider-size-1\"><hr style=\"height:10px\"\/><\/div>\n\n\n<div id=\"pl-gb3685-69f250bdbea5d\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-gb3685-69f250bdbea5d-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-gb3685-69f250bdbea5d-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-gb3685-69f250bdbea5d-0-1\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-mobile-last\" ><div id=\"panel-gb3685-69f250bdbea5d-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" >\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p align=\"justify\">Ausgangspunkt des Forschungsprojekts ist eine vielschichtige Verstrickung von Obdach- bzw. Wohnungslosigkeit mit Gewalterfahrungen, wobei pers\u00f6nliche Erz\u00e4hlungen von Frauen im Fokus der Analyse stehen. F\u00fcr die auf Wien bezogene qualitative Studie erfolgten 27 problemzentrierte Interviews mit Praktiker:innen aus der Wohnungslosenhilfe und anderen Expert:innen sowie mit 29 Frauen, die selbst von Wohnungs- oder Obdachlosigkeit betroffen sind oder waren.<\/p>\n<p align=\"justify\">In den letzten zehn Jahren wurden Besserungen im Hinblick auf geschlechtersensible Versorgung vorgenommen. Ein gro\u00dfer Teil der bestehenden gemischtgeschlechtlichen Einrichtungen schaffte neue frauenspezifische Angebote. Zus\u00e4tzlich wurden neue Einrichtungen ausschlie\u00dflich f\u00fcr Frauen er\u00f6ffnet. Insgesamt konnten dennoch zahlreiche Leerstellen und Problemfelder in bestehenden Angeboten der Wiener Wohnungslosenhilfe bei der Versorgung von Frauen festgestellt werden. Der Gro\u00dfteil der Angebote richtet sich nach wie vor in erster Linie an M\u00e4nner; Frauen werden in der Wohnungslosigkeit tendenziell in eine Unsichtbarkeit gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine besondere Herausforderung in der sozialarbeiterischen Betreuung der weiblichen Zielgruppe besteht darin, dass ein Gro\u00dfteil der Klientinnen mehrfach von unterschiedlichen Gewaltformen betroffen war. Oftmals beginnen diese Erfahrungen bereits in der fr\u00fchen Kindheit, schreiben sich in Beziehungsgewalt fort und nehmen in der Wohnungslosigkeit wieder andere Formen an. Dementsprechend spielen Traumata, psychische Belastungen bis hin zu schwerwiegenden psychischen Erkrankungen\/Diagnosen in der Wohnversorgung von gewaltbetroffenen Frauen eine wichtige Rolle. Generell ist es schwerer, Frauen an das System der Wohnungslosenhilfe anzubinden; oftmals verbleiben sie l\u00e4nger in der verdeckten Wohnungslosigkeit als M\u00e4nner.<\/p>\n<p align=\"justify\">Anhand der problemzentrierten Interviews wurde Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen sichtbar. Innerhalb der Wohnungslosenhilfe besteht Verbesserungspotential sowohl bei Einrichtungen als auch in der Vermittlung, zudem sind aber auch andere sozialstaatliche Strukturen optimierungsbed\u00fcrftig. So etwa das Gesundheitssystem, das nur wenige Therapiepl\u00e4tze auf Kasse anbietet, wodurch der Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung von \u00f6konomisch schw\u00e4cher gestellten Bev\u00f6lkerungsgruppen stark eingeschr\u00e4nkt wird. Ein weiteres Problem, das in den Biografien mehrerer Interviewpartner:innen sichtbar wurde, besteht darin, dass Frauen mitunter jahrelang intensive und unbezahlte Pflegearbeiten von Angeh\u00f6rigen leisten. Die dadurch entstandenen Erwerbsarbeitspausen beeintr\u00e4chtigen ihre Anschlussf\u00e4higkeit an den Arbeitsmarkt. Gesellschaftliche Stigmatisierung von Wohnungslosigkeit hat zur Folge, dass manche Hilfsangebote aufgrund von Scham bzw. Stolz nicht aufgesucht oder angenommen werden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zus\u00e4tzlich zu den 56 problemzentrierten Interviews wurden zehn biografisch-narrative Interviews mit aktuell oder ehemalig obdach-\/wohnungslosen Frauen gef\u00fchrt, die sich \u00fcber mehrere Termine erstreckten und somit wesentlich zeitintensiver waren. Auf der Grundlage dieses intimen Interviewmaterials erstellte das Forscherinnen-Team biografische Skizzen; somit wurde jede der Erz\u00e4hlungen in einem literarisch ansprechenden Format aufgearbeitet, um den lebendigen Charakter der Interviews f\u00fcr Lesende aufrechterhalten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das System der Wiener Wohnungslosenhilfe befindet sich derzeit in einem Umstrukturierungsprozess, von einem starren Stufensystem (Notschlafstellen \u2013 \u00dcbergangswohnen \u2013 Betreutes Wohnen) hin zu einem holistischeren Konzept, in dem der Wohnversorgung h\u00f6chste Priorit\u00e4t zukommt, im Sinne des Grundprinzips von Housing First. Insbesondere f\u00fcr Frauen mit Gewalterfahrungen gehen damit erhebliche Verbesserungen in der Versorgung einher, weil die neueren Modelle (Chancenh\u00e4user, Housing First) besser in der Lage sind, Schutzr\u00e4ume und R\u00fcckzugsorte zu bieten. Eine spezifische Erweiterung besagter Angebote, angepasst an Bed\u00fcrfnisse von Frauen mit Gewalterfahrungen, w\u00e4re f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Kontext w\u00fcnschenswert. In Gro\u00dfbritannien wurde bereits ein spezielles Toolkit f\u00fcr die Wohnversorgung von gewaltbetroffenen Frauen nach dem Prinzip von Housing First erarbeitet, das f\u00fcr Wien Vorbild werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit Hinblick darauf, dass die Langzeitfolgen von COVID-19 insbesondere sozio\u00f6konomisch schw\u00e4cher gestellte Bev\u00f6lkerungsgruppen betreffen werden, ist vorhersehbar, dass das Hilfssystem f\u00fcr den Bereich der Wohnungslosigkeit in den kommenden Jahren vor gro\u00dfen Herausforderungen gestellt wird. Expert:innen warnen vor Einkommensverlusten und -einbu\u00dfen, sowie einer bevorstehenden Delogierungswelle, f\u00fcr die die Wohnungslosenhilfe ger\u00fcstet werden muss. In diesem Sinn wurde das Forschungsprojekt zu einem g\u00fcnstigen Zeitpunkt abgeschlossen, der es erm\u00f6glicht, ermitteltes Verbesserungspotenzial nicht nur beim Ausbau von bestehendem Angebot, sondern auch bei der Schaffung neuer Angebote zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><\/div><div id=\"pgc-gb3685-69f250bdbea5d-0-2\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><\/div><\/div>\n\n\n<div style=\"color:#333\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-spacer gb-block-spacer gb-divider-solid gb-spacer-divider gb-divider-size-1\"><hr style=\"height:100px\"\/><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1561,"menu_order":23,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3685","page","type-page","status-publish","hentry","post"],"featured_image_src":null,"featured_image_src_square":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3685"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3685\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4548,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3685\/revisions\/4548"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}