{"id":2006,"date":"2021-03-08T13:49:02","date_gmt":"2021-03-08T13:49:02","guid":{"rendered":"http:\/\/test-ikf.online\/?page_id=2006"},"modified":"2023-02-16T10:59:27","modified_gmt":"2023-02-16T10:59:27","slug":"2019-familienbericht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/schwerpunkte\/sicherheit\/gewalt\/2019-familienbericht","title":{"rendered":"2020: Familienbericht: &#8220;Gewalt in der Familie&#8221;"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-atomic-blocks-ab-container alignfull ab-block-container\"><div class=\"ab-container-inside\"><div class=\"ab-container-content\"><div id=\"pl-gb2006-69f250b2db1be\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-gb2006-69f250b2db1be-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-gb2006-69f250b2db1be-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-gb2006-69f250b2db1be-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_media_image panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2554\" height=\"10\" src=\"https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/linie_IKF.jpg\" class=\"image wp-image-754  attachment-full size-full\" alt=\"\" style=\"max-width: 100%; height: auto;\" srcset=\"https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/linie_IKF.jpg 2554w, https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/linie_IKF-300x1.jpg 300w, https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/linie_IKF-1024x4.jpg 1024w, https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/linie_IKF-768x3.jpg 768w, https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/linie_IKF-1536x6.jpg 1536w, https:\/\/ikf.ac.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/linie_IKF-2048x8.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2554px) 100vw, 2554px\" \/><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n<div style=\"color:#ddd\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-spacer gb-block-spacer gb-divider-solid gb-divider-size-1\"><hr style=\"height:30px\"\/><\/div>\n\n\n<div id=\"pl-gb2006-69f250b2db607\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-gb2006-69f250b2db607-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-gb2006-69f250b2db607-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><\/div><div id=\"pgc-gb2006-69f250b2db607-0-1\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-gb2006-69f250b2db607-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div\n\t\t\t\n\t\t\tclass=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\"\n\t\t\t\n\t\t>\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n\t<table style=\"height: 100px; width: 100%; border-collapse: collapse;\" border=\"1\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 26.6384%; height: 24px;\">Projektleitung und Durchf\u00fchrung:<\/td>\n<td style=\"width: 73.3615%; height: 24px;\" colspan=\"2\" class=\"translation-block\"><span style=\"font-size: x-large\">Dr. Birgitt Haller<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 26.6384%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 48.7825%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 24.579%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 26.6384%;\">Funded by:<\/td>\n<td style=\"width: 48.7825%;\" valign=\"top\">Federal Chancellery\/ Federal Ministry for Women, Family and Youth<\/td>\n<td style=\"width: 24.579%;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 26.6384%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 48.7825%;\">\n<hr \/>\n<\/td>\n<td style=\"width: 24.579%; height: 24px;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 26.6384%; height: 24px;\">Completed in:<\/td>\n<td style=\"height: 24px; width: 73.3615%;\" colspan=\"2\">J\u00e4nner 2020<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n<div style=\"color:#404168\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-spacer gb-block-spacer gb-divider-solid gb-spacer-divider gb-divider-size-1\"><hr style=\"height:3px\"\/><\/div>\n\n\n\n<div style=\"color:#404168\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-spacer gb-block-spacer gb-divider-solid gb-divider-size-1\"><hr style=\"height:10px\"\/><\/div>\n\n\n<div id=\"pl-gb2006-69f250b2db9fa\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-gb2006-69f250b2db9fa-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-gb2006-69f250b2db9fa-0-0\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><div id=\"pgc-gb2006-69f250b2db9fa-0-1\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-mobile-last\" ><div id=\"panel-gb2006-69f250b2db9fa-0-1-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" >\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p align=\"justify\">Birgitt Haller verfasste f\u00fcr den alle zehn Jahre erscheinenden Familienbericht wie bereits f\u00fcr den Bericht 2009 das Kapitel \u00fcber Gewalt in der Familie.<\/p>\n<p align=\"justify\">In den vergangenen zehn Jahren erfolgten mehrfach Novellierungen relevanter Gesetze. Dazu geh\u00f6ren etwa das Gewaltschutzgesetz 2019, das auf Frauen und Kinder fokussiert, sowie das Kindschafts- und Namensrechts-\u00c4nderungsgesetz 2013 mit seiner erweiterten Gewaltdefinition und das Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetz 2013, das Mindeststandards u.a. zur Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt in der Familie formuliert.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf internationaler Ebene stellt das von \u00d6sterreich 2013 ratifizierte \u00dcbereinkommen des Europarats zur Verh\u00fctung und Bek\u00e4mpfung von Gewalt gegen Frauen und h\u00e4uslicher Gewalt, kurz Istanbul-Konvention, einen Meilenstein im Gewaltschutz dar. Es ist auf alle Opfer h\u00e4uslicher Gewalt anzuwenden, also auch auf Kinder und M\u00e4nner.<\/p>\n<p align=\"justify\">Mehr als zwanzig Jahre nach Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes am 1. Mai 1997 funktioniert die Zusammenarbeit der verschiedenen AkteurInnen, die f\u00fcr den Schutz vor Gewalt in der Familie zust\u00e4ndig sind, bundesweit problemlos, die Routinen sind eingespielt, vor allem die Kooperation von Polizei und Interventionsstellen\/Gewaltschutzzentren. Schwachstellen bestehen nach wie vor in Hinblick auf Gewaltopfer mit spezifischen Bed\u00fcrfnissen, seien es k\u00f6rperliche Behinderungen, intellektuelle Beeintr\u00e4chtigungen oder Kommunikationsschwierigkeiten wegen mangelnder Sprachkompetenzen. Eine besondere Herausforderung stellt der Schutz von Hochrisikoopfern dar. Erfolgten in \u00d6sterreich noch vor einigen Jahren im EU-Vergleich besonders wenige Beziehungsmorde, hat sich dieser Befund vor allem 2018 dramatisch verschlechtert. Offenkundig suchen Frauen, die sp\u00e4ter Opfer eines Beziehungsmordes werden, selten Hilfe, weder bei der Polizei noch bei Gewaltschutzeinrichtungen, und n\u00fctzen das Instrumentarium des Gewaltschutzgesetzes, das sie sch\u00fctzen sollte, nicht oder kaum.<\/p>\n<p align=\"justify\">W\u00e4hrend zu famili\u00e4rer Gewalt gegen Frauen eine Vielzahl qualitativer und quantitativer Untersuchungen vorliegt, trifft dies bei anderen Familienmitgliedern nicht zu. Insbesondere zu Gewalt gegen \u00e4ltere und alte Familienmitglieder sowie gegen Angeh\u00f6rige mit Behinderungen und Beeintr\u00e4chtigungen gibt es in \u00d6sterreich wenig aktuelle Daten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Einer 2010 durchgef\u00fchrten repr\u00e4sentativen Befragung zufolge liegt die Pr\u00e4valenz f\u00fcr psychische Gewalt bei Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahre f\u00fcr Frauen bei rund 75 und f\u00fcr M\u00e4nner bei 73 Prozent, k\u00f6rperliche Gewalt erleben etwas weniger M\u00e4dchen (73 Prozent) und geringf\u00fcgig mehr Burschen (74 Prozent). Sexuelle Gewalt in den unterschiedlichsten Formen betrifft mehr als jede vierte Frau (28 Prozent) und zw\u00f6lf Prozent der M\u00e4nner als Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, wobei M\u00e4dchen vor allem in der Familie und Burschen au\u00dferhalb viktimisiert werden (beides siehe \u00d6sterreichisches Institut f\u00fcr Familienforschung 2011, Gewalt in der Familie und im nahen sozialen Umfeld, Wien, S. 230 und 222).<\/p>\n<p align=\"justify\">Was Gewalthandlungen von S\u00f6hnen und T\u00f6chtern gegen ihre Eltern angeht, wird im Familienbericht auf eine aktuelle Studie des IKF verwiesen (Haller und Zenz, <a href=\"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/schwerpunkte\/sicherheit\/gewalt\/gewalt-soehne-toechter-gegen-eltern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Violence of sons and daughters against their parents<\/a>). T\u00e4ter und \u2013 wesentlich seltener \u2013 T\u00e4terinnen sind kaum Jugendliche, sondern Erwachsene, Opfer in erster Linie M\u00fctter. Auff\u00e4llig ist die sehr seltene Befassung der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch der hohe Anteil von psychisch Kranken und Personen mit Alkohol- und Drogenabusus unter den T\u00e4tern und T\u00e4terinnen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die hohe Zahl an Frauenmorden 2018 und 2019, von denen die \u00fcberwiegende Mehrheit Beziehungstaten waren, hat in \u00d6sterreich zu Diskussionen \u00fcber &#8220;toxische M\u00e4nnlichkeit&#8221; gef\u00fchrt. Der Begriff, der in den USA in den 1990er Jahren gepr\u00e4gt wurde, verweist auf die Machtstrukturen im Patriarchat, die M\u00e4nnlichkeitsbilder von St\u00e4rke, emotionaler Distanz, Wettbewerbsorientierung und \u00c4hnlichem erzeugt haben und fortschreiben. Dieses Konzept steht hinter der eben deshalb vorwiegend von M\u00e4nnern ausge\u00fcbten famili\u00e4ren Gewalt gegen Frauen und Kinder. Die politischen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten sind infolgedessen klar: Es bedarf nicht nur eines effektiven Schutzes der (potentiellen) Opfer von Gewalt, sondern parallel dazu m\u00fcssen einerseits Angebote in der T\u00e4terarbeit ausgeweitet werden sowie andererseits neue Bilder von M\u00e4nnlichkeit nicht nur entworfen, sondern auch gelebt werden.<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><\/div><div id=\"pgc-gb2006-69f250b2db9fa-0-2\"  class=\"panel-grid-cell panel-grid-cell-empty\" ><\/div><\/div><\/div>\n\n\n<div style=\"color:#333\" class=\"wp-block-genesis-blocks-gb-spacer gb-block-spacer gb-divider-solid gb-spacer-divider gb-divider-size-1\"><hr style=\"height:100px\"\/><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1561,"menu_order":26,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2006","page","type-page","status-publish","hentry","post"],"featured_image_src":null,"featured_image_src_square":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2006","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2006"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2006\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3794,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2006\/revisions\/3794"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ikf.ac.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2006"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}