Digitale Jugendarbeit im Kontext antifeministischer Narrative


Projektteam: Stefanie Mayer
Brigitte Temel


Finanzierung: BM Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz – Abt. V/B/3


Partner:in: Beratungsstelle Extremismus (BoJA)


Laufzeit: 1.12.2023 – 30.11.2025


Ausgangspunkt für das Projekt „Digitale Jugendarbeit im Kontext antifeministischer Narrative“ war die Beobachtung, dass in den Sozialen Medien antifeministische, sexistische und frauenfeindliche Erzählungen kursieren, die gezielt junge Männer adressieren. Misogyne Influencer suggerieren vulnerablen Jugendlichen die Chance auf schnellen Erfolg – finanziell ebenso wie bei Frauen – und verbreiten dabei gefährliche stereotype Bilder von aggressiver Männlichkeit und weiblicher Unterordnung und Verfügbarkeit. Vor diesem Hintergrund erprobte das Projekt im engen Austausch von Sozialwissenschaft und sozialarbeiterischer Praxis ob und mit welchen Strategien mittels alternativer Narrative in Online-Räumen interveniert werden kann. Im Unterschied zur argumentativen Gegenrede gegen menschenfeindliche Positionen arbeiten alternative Narrative mit positiven Botschaften, in dem sie etwa neue Handlungsmöglichkeiten zeigen und positive Bilder von Männlichkeit entwickeln, die Stärke nicht aus Abwertung anderer beziehen.

Im Rahmen des Projektes wurden alternative Erzählungen in Form kurzer Video-Clips in Sozialen Medien veröffentlicht und die Kommentarspalten engmaschig betreut. So sollte ein Dialog (auch) mit vulnerablen jungen Männern eröffnet werden, die bereits mit antifeministischen, frauen- und queerfeindlichen Inhalten sympathisieren.

Konkret wurden im Projekt in drei Fallstudien (Pride 2024, 16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen 2024, Weltfrauentag 2025) alternative Narrative zu antifeministischen Erzählungen entwickelt und in Sozialen Medien (TikTok und Instagram) verbreitet. Da es sich um ein Pilotprojekt handelte, lag der Schwerpunkt der Arbeit auf der Erprobung unterschiedlicher inhaltlicher, konzeptueller und ästhetischer Zugänge, der engen Kooperation zwischen Sozialer Arbeit und Wissenschaft und der zeitnahen Evaluierung der unterschiedlichen Beiträge mit dem Ziel der Implementierung der „lessons“ in den folgenden Projektteilen. Nach Abschluss der Fallstudien wurden die Ergebnisse zu Empfehlungen verdichtet und Stakeholdern aus der Jugendarbeit in einem Workshop zur Verfügung gestellt.

Einen Überblick über die im Projekt entwickelten alternativen Narrative finden sie hier.