Antisemitismus in der Schule – Perspektiven von Betroffenen und Case Management Strategien


Antisemitismus in der Schule – Perspektiven von Betroffenen und Case Management Strategien

Wir freuen uns sehr über dein Interesse an unserem Projekt! Hier findest du die wichtigsten Informationen zu den geplanten Aktivitäten und den Hintergründen unserer Forschung.

Worum geht es?

Unser Forschungsprojekt möchte erstens herausfinden, wie Jugendliche in- und außerhalb der Schule Antisemitismus erleben. Wo und in welchen Situationen bist du mit Stereotypen, Vorurteilen oder gar Übergriffen konfrontiert? Zweitens möchten wir erfahren, welche Handlungsmöglichkeiten und –strategien Schüler*innen nutzen. An wen kannst du dich wenden? Welche unterstützenden Angebote gibt es und was kann die Schule tun, um dich zu unterstützen? Das sind Fragen, zu denen wir deine Erfahrungen und Überlegungen wissen wollen!

Gerne kann das Interview auch mit zwei Schüler*innen zugleich durchgeführt werden. Und du kannst auch eine Vertrauensperson mitbringen, wenn du dich dann wohler fühlst.

Was heißt das konkret?

Wir würden gerne ein Gespräch mit dir führen, das zwischen 45 und 60 Minuten dauert und in dem du uns von deinen Beobachtungen und Erfahrungen erzählst. Es gibt dabei keine „falschen“ Antworten – deine individuelle Sichtweise steht im Mittelpunkt. Selbstverständlich kannst du bei jeder einzelnen Frage entscheiden, ob und in welchem Ausmaß du darauf antworten möchtest. Du kannst das Interview auch jederzeit abbrechen.

Die Fragen und Antworten werden aufgezeichnet (nur Audio), die Aufnahme wird aber natürlich nicht veröffentlicht, sondern dient nur der Forschung. Alle Gesprächspartner*innen werden anonymisiert, so dass niemand erkennen kann, wer du bist, wo du wohnst oder wo du zur Schule gehst.

Warum das alles?

Antisemitismus ist (auch) in Österreich ein großes Problem, wie bereits viele Studien belegen. Auch zu antisemitismuskritischer Bildung gibt es viele Forschungsarbeiten, z.B. dazu, wie die Geschichte des Nationalsozialismus vermittelt werden kann. Es gibt hingegen nur wenig Forschung, die sich mit Erfahrungen von betroffenen Personen beschäftigt und noch weniger, die junge Menschen und ihre Handlungsstrategien in den Mittelpunkt rückt.

Wir glauben, dass positive Veränderungen nur gelingen, wenn möglichst alle Menschen sich daran beteiligen können. Gerade Jugendliche haben viele Ideen und besondere Perspektiven, die viel zu oft kein Gehör finden. Deshalb bitten wir dich, uns deine Meinung zu sagen!

Wir freuen uns über deine Nachricht unter institute[at]ikf.ac.at!

Gerne auch telefonisch Mo.-Do. 8.30-15.30 Uhr unter +43 1 7131640

Melde dich auch gerne, wenn du Fragen hast, weitere Informationen zum Projekt möchtest oder Anregungen für uns hast! Jede Anfrage wird selbstverständlich vertraulich behandelt.

Projektpartner

 

 

Das Forschungsprojekt wird als Kooperation von IKF Wien, IKG/Likrat, DÖW, erinnern.at/OeAD und ZARA gemeinsam mit dem Bildungsministerium durchgeführt.


Antisemitismus in der Schule – Perspektiven von Betroffenen und Case Management Strategien
KIRAS Ausschreibung 2022 – F&E Dienstleistungen

  • Projektleitung Karin Liebhart (IKF)
  • Laufzeit 01.09.2023 – 31.08.2025

Das innovative Projekt schließt eine Wissens- und Datenlücke in Hinblick auf Forschung zu Antisemitismusprävention und zu professionellen Reaktionen auf Antisemitismus im schulischen Kontext. Auf Basis einer multimethodischen empirischen Untersuchung von Erfahrungen jüdischer und von Antisemitismus betroffener Schüler:innen im institutionellen Kontext Schule werden von den Projektpartnern des Konsortiums zudem professionelle Handlungsweisen und Case Management Strategien entwickelt und in einer einjährigen Pilotphase mit ausgewählten Partnerschulen erprobt. Das methodische Konzept umfasst problemzentrierte qualitative Interviews, Photovoice-Befragungen mit nachfolgender Fokusgruppe sowie eine quantitative Online-Befragung.

Nach Ende der Projektlaufzeit steht ein wissenschaftlich fundiertes und im Schulalltag bereits erprobtes Basis-Set an Case Management Strategien für den Schulbereich zur Verfügung. Pädagog:innen, Schulmanager:innen und weitere Stakeholdergruppen erhalten ein Handbuch in Printversion und in elektronischer Form, das auch weiterhin adaptiert werden kann. Eine interaktive Plattform zum laufenden Austausch über Erfahrungen mit den erarbeiteten Case Management Strategien sowie zum Finden neuer Ideen und Verbesserungsvorschläge wird vom Projektkonsortium über das Ende der Projektlaufzeit hinaus weiter betrieben.

Projektteam:

  • Institut für Konfliktforschung IKF, Wien (Projektleitung), unterstützt durch die Israelitische Kultusgemeinde Wien (Abteilung Jugend/Projekt Likrat)
  • BMBWF (Sektion V – Wissenschaftliche Forschung; Internationale Angelegenheiten, Abteilung V/8 – Bilaterale internationale Angelegenheiten Bildung; Internationale Mobilitätsprogramme für Lehrende im schulischen Bereich Holocaust-Education/Erinnerungspolitik – international)
  • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes DÖW, Wien
  • OeAD – Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD-Programm _erinnern.at_), Wien/Bregenz
  • ZARA Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit, Wien