Historische Sozialforschung

Frauen und NS-Verfolgung (insbes. Ravensbrück und Mauthausen)

Namentliche Erfassung der ehemals inhaftierten ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück – Auswertung der Datenbank sowie Erstellung einer interaktiven Website



Projektleitung: Mag.a Dr.in Helga Amesberger
Durchführung:    Mag.a Dr.in Helga Amesberger
Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr
Mag.a Gerlinde Schmid
Finanzierung:    Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank
Nationalfonds der Republik Österreich
Zukunftsfonds der Republik Österreich
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Kammer für Arbeiter und Angestellte, Wien
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Abt. IA/2 und
   Abt. Gender Mainstreaming / Gender und Schule (GM)
Länder Burgenland, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien (MA 7 und MA 57)
Fertigstellung:    Juni 2013

Seit 2005 wird am Institut für Konfliktforschung an der namentlichen Erfassung der ehemals inhaftierten ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück gearbeitet. Durch umfangreiche Recherchen im In- und Ausland konnten die Namen von 2.700 österreichischen Frauen und Männern eruiert werden, die im Konzentrationslager Ravensbrück in Haft waren, und zudem viele Informationen zu deren Leben vor und – falls sie überlebten – nach der NS-Verfolgung gewonnen werden.

Das gegenständliche Projekt hatte zum Ziel, die gesammelten Informationen quantitativ wie qualitativ auszuwerten und in Form einer interaktiven Website einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Website, so unser Anspruch, soll einen (teilweisen) Zugang zur österreichischen Ravensbrück-Datenbank ermöglichen, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung in einer einfachen, nicht-akademischen Sprache präsentieren und Einblick in das Leben und die Verfolgung Einzelner geben (mittels ausgewählter Biographien, lebensgeschichtlicher Interviews, Fotos und Dokumenten).

Das Medium Internet soll besonders die Zielgruppe der Jugendlichen ansprechen, einfache Recherchen ermöglichen und als Teil von Schulprojekten zum Thema Nationalsozialismus zum Einsatz kommen.

Für die Programmierung und Gestaltung der Website konnten wir sieben Schüler der HTL Donaustadt (unter der Leitung von Dipl.Ing. Ingrid Schreiber) gewinnen, deren Maturaarbeiten Teilaspekte der Websiteprogrammierung waren (z.B. Programmierung der Suchmaske für die Datenbank, Beschlagwortung von Filmen, grafische Aufbereitung von Verfolgungswegen; Programmierung der Online-Testung der Website). Die inhaltliche sowie gestalterische Feinplanung erfolgte in monatlichen Workshops mit den Schülern und in Workshops mit ExpertInnen aus den Bereichen Medien, Didaktik, Geschichte und Pädagogik.

Die übersichtlich gestaltete Website ist in drei große Bereiche gegliedert: Lebensgeschichten – Themen – Recherche. Unter "Lebensgeschichten" sind 30 Biographien von in Ravensbrück inhaftierten Frauen und Männern mit unterschiedlichen sozialen wie Verfolgungshintergründen zu finden (inklusive Fotos und anderen Dokumenten). Im Abschnitt "Themen" werden kurze und prägnante Hintergrundinformationen zum KZ Ravensbrück, zu den ÖsterreicherInnen in Ravensbrück, dem Alltag in Ravensbrück sowie dem Leben nach der Rückkehr bereitgestellt, wobei darin immer auf ZeitzeugInnenberichte zurückgegriffen wird. Unter "Recherche" können die NutzerInnen der Website eigenständig Abfragen in der Datenbank zu den österreichischen Ravensbrück-Häftlingen durchführen und Filme bzw. Porträts von "Ravensbrückerinnen" ansehen. Der eingerichtete "Lernraum" bietet insbesondere Lehrenden Anregungen für weiterführende Fragestellungen zu den einzelnen Themen.

Die Website ist unter der Adresse www.ravensbrueckerinnen.at abrufbar.