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Ausstellungseröffnung: Montag, 25. Nov. 2019, 18.30h

Kunstuniversität Linz
Brückenkopf Ost, Hauptplatz 6, 4020 Linz

Moderation:
Regina Thumser-Wös (JKU)

Eröffnung/Begrüßung:
Rektorin Brigitte Hütter, Vizerektorin Karin Harrasser (Kunstuniversität Linz)

Impulse:
Brigitte Halbmayr (IKF): Zu Geschichte und Inhalt der Ausstellung
Helga Amesberger (IKF): Die Definition des "inneren Feindes"
Elke Rajal (IKF): Znaim als Verfolgungsort von "Asozialen" aus Oberösterreich
Angela Koch (Kunstuniversität Linz): Das Vergessen der "Asozialen"

Die Ausstellung gibt einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der Verfolgung von als "asozial" stigmatisierten Mädchen und Frauen: Sie geht auf die Begrifflichkeiten, die dominanten Zuschreibungen, die rechtlichen Grundlagen, die behördlichen Strukturen und auf die Bedingungen der Haft in Konzentrationslagern ein.

Zudem thematisiert die Ausstellung Kontinuitäten im Umgang mit vermeintlich "Anderen". Es wird gezeigt, dass Tendenzen der Ausgrenzung, Stigmatisierung und Disziplinierung eine jahrhundertealte Geschichte haben, die in der Radikalisierung im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt, nicht aber ihren Endpunkt fand.

Die Konzeption der Ausstellung erfolgte durch Helga Amesberger & Brigitte Halbmayr vom Institut für Konfliktforschung im Rahmen des Conflict – Peace – Democracy Clusters an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.

Die Ausstellung ist von 26 November bis 10. Dezember 2019 zu sehen. zum Flyer

 

 

 

 

Link zum ausführlichen Programm

Neuerscheinungen

Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr und Simon Clemens

Meine Mama war Widerstandskämpferin
Netzwerke des Widerstands und dessen Bedeutung für die nächste Generation

Junge Frauen im Widerstand werden nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus zu Müttern, die eine neue Generation prägen: Welchen Beitrag zur Demokratisierung haben sie geleistet?

Der organisierte Widerstand gegen den Nationalsozialismus wird zumeist männlich gedacht – doch auch Frauen betätigten sich: Sie waren nicht unpolitisch und passiv, ihr Widerstand war nicht auf den humanitären Bereich beschränkt. Wer waren diese Frauen? Wie waren sie organisiert? Eindrucksvoll legen die Autorinnen und der Autor anhand von Einzelschicksalen dar, in welche Netzwerke diese Frauen eingebunden waren und wie ihr Widerstand aussah.

In konsequenter Folge wird auch das Weiterwirken untersucht: In Interviews mit Söhnen und Töchtern der Widerstandskämpferinnen werden nicht nur die Auswirkungen der Widerstandstätigkeit auf Mutter und Familie, sondern auch die innerfamiliäre Tradierung von Narrativen sowie politischem Bewusstsein ergründet. Bestellung (Picus Verlag)

Birgitt Haller, Helga Amesberger

Opfer von Partnergewalt
in Kontakt mit Polizei und Justiz

Wie erleben Gewaltopfer das Handeln von Polizei und Justiz in Zusammenhang mit der strafrechtlichen Verfolgung des Täters? In den Blick genommen werden Unterstützungsangebote und Schutzmaßnahmen zu Beginn der Strafverfolgung bei Anzeigeerstattung, während der Ermittlungsphase durch die Staatsanwaltschaft und bei Gericht. Vorgaben für die Unterstützung von Opfern von Straftaten liefern die EU-Richtlinie 2012/29/EU sowie entsprechende staatliche Regelungen.

Bestellung (StudienVerlag)

 

Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr, Elke Rajal

»ARBEITSSCHEU UND MORALISCH VERKOMMEN«
Verfolgung von Frauen als „Asoziale“ im Nationalsozialismus

Das Buch thematisiert die rassistisch begründete nationalsozialistische "Volksgemeinschaft" und den Umgang mit den "schädlichen Elementen" innerhalb der eigenen Reihen. Zu diesen "Gemeinschaftsfremden" zählten auch Mädchen und Frauen, die als "arbeitsscheu" oder "moralisch verkommen" galten. Einweisungen in Arbeitsanstalten, Gefängnis- und KZ-Haft wie auch Zwangssterilisationen waren die Folgen. Das Buch zeigt, dass Ausgrenzung, Stigmatisierung und Disziplinierung eine lange Tradition haben, die im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt, nicht aber ihren Endpunkt fand.

Bestellung (Mandelbaum Verlag)

 

Evaluierung Sexualstraftaten

Der Sicherheitsbericht der Bundesregierung für das Jahr 2016 weist 899 angezeigte Vergewaltigungen aus, mit 850 weiblichen Opfern und einer Aufklärungsquote von rund 80 Prozent. 282 angezeigte geschlechtliche Nötigungen viktimisierten 265 Frauen, die Aufklärungsquote betrug 74 Prozent. Die Struktur der Täter-Opfer-Beziehung zeigt einen besonders deutlichen Unterschied: Während rund 21 Prozent der Vergewaltigungen in "familiären Beziehungen in Hausgemeinschaft" (BMI) erfolgen, spielt dieser Kontext nur bei gut neun Prozent der angezeigten geschlechtlichen Nötigungen eine Rolle. Die Evaluierung widmet sich daher u.a. den Täter-Opfer-Konstellationen, aber auch Entscheidungsgründen für Freisprüche – wie beispielsweise fehlende Zeuginnenaussagen oder die Beweisproblematik, wenn Aussage gegen Aussage stand – und der Rolle der Prozessbegleitung.

Im Zuge einer qualitativen Aktenanalyse wurden insgesamt fünfzig Gerichtsakten erhoben. Einbezogen wurden sowohl Vergewaltigungen sowie sexuelle Nötigungen (§§ 201, 202 StGB) als auch Verurteilungen bzw. Verfahren, die zu einem Freispruch führten. Die Untersuchung erfolgte in den beiden OLG-Sprengeln Wien und Innsbruck, um die beiden Pole des immer wieder konstatierten Ost-West-Gefälles berücksichtigen zu können.


Studie zum Download: (PDF)

 

 


Aktualisierung der Website "ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück"

www.ravensbrueckerinnen.at oder www.ravensbrückerinnen.at

2013 wurden mit der multimedialen Website die Ergebnisse jahrelanger historischer Forschung zu österreichischen Inhaftierten im KZ Ravensbrück der Institutsmitarbeiterinnen Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr erstmals für eine breite Öffentlichkeit, aber insbesondere für Schulen zugänglich gemacht. Wie bisher ermöglicht die Website eigenständige Recherchen zu und Auseinandersetzung mit den Facetten der nationalsozialistischen Verfolgung von Frauen (und Männern), die Inhalte wurden jedoch nun aktualisiert und stark ausgeweitet. Hintergrundtexte, Biographien, eine rund 2000 Namen umfassende Datenbank, Dokumente und Filme erlauben eine umfassende Beschäftigung mit dem Thema. Im "Lernraum" gibt es Anregungen für eine Vertiefung im Unterricht und für vorwissenschaftliche Arbeiten.

 


Just & Safer Cities for All

Europa erlebt eine erschreckende Zunahme von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und anderen Formen der Intoleranz. Das Projekt "Just & Safer Cities for All" – geleitet vom European Forum for Urban Security (Efus) – verfolgte das Ziel, auf lokaler und regionaler Ebene für diese Gewaltformen zu sensibilisieren und zu erheben, welche Antworten die Kommunen und Länder zu ihrer Bekämpfung gefunden haben.

Um diese Ziele zu erreichen, starteten die Projektpartner in insgesamt 15 EU-Ländern einen Aufruf, um innovative und vielversprechende Projekte zur Bekämpfung von Diskriminierung und Hassverbrechen auf lokaler Ebene zu erheben. Aus den eingelangten Projektdarstellungen – insgesamt waren es rund 140 – wurden anhand eines Kriterienkatalogs 50 Best-Practice-Beispiele ausgewählt und in die Publikation "Prävention von diskriminierender Gewalt auf lokaler Ebene: Praxisbeispiele und Empfehlungen" aufgenommen (siehe unten). Informationen über die anderen Projekte sind auf der Efus-Website nachzulesen.

   

 

 

 

 

Prävention von diskriminierender Gewalt auf lokaler Ebene: Praxisbeispiele und Empfehlungen

Die von Efus herausgegebene Publikation besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil diskutieren wir unseren Ansatz und die Konzepte von Hass- und Vorurteilskriminalität. Außerdem sind die wichtigsten Strategien europäischer Institutionen zur Bekämpfung vorurteilsmotivierter Gewalt zusammengefasst. Der zweite Teil präsentiert die 50 ausgewählten Projekte, gegliedert nach den Kategorien "Wissensproduktion", "Sensibilisierung", "Empowerment", "gezielte Prävention", "Opferhilfe" und "transversale Strategien". Im dritten Teil haben wir auf Basis der eingereichten Projekte und zahlreicher Diskussionen mit Fachleuten, WissenschafterInnen und PraktikerInnen Empfehlungen an lokale und regionale Behörden formuliert.

Die in sieben Sprachen aufliegende Publikation ist auf der Efus-Website zu finden. Die deutsche Fassung der Publikation ist kostenlos über das IKF erhältlich (telefonisch unter 01 713 16 40 oder per E-Mail.

 

 


CPD Policy Blog-Beiträge



Helga Amesberger und Birgitt Haller diskutieren in vier Blog-Beiträgen die Gefährdung des sozialen Zusammenhalts in heterogenen Gesellschaften durch vorurteilsmotivierte Gewalt und die strategische Rolle lokaler und regionaler Behörden beim Gegensteuern:


Just and Safer Cities for All: Social cohesion in heterogeneous societies

Currently, social cohesion is considered to be in danger across Europe, with political and media discourses mostly identifying cultural and religious differences as its greatest potential threat. Such a reduction not only disregards other social markers and thus the heterogeneity of a society, it also culturalises societal conflicts.


Just and Safer Cities for All: European initiatives to promote social cohesion

Discriminatory, group-specific violence is an expression and a result of social disintegration. Regarding this as a condition for an increased inclusion of marginalised groups and individuals, a variety of initiatives and programmes respond to the rise of such violence across the EU by making prevention and protection from violence their mission.


Just and Safer Cities for All: The Strategic Role of Local Authorities and Institutions in Promoting Social Cohesion

It is precisely the local level that plays an important role in promoting social cohesion, and this role does not only consist in funding relevant projects.


Just and Safer Cities for All: Recommendations for Promoting Social Cohesion at the Local Level

Local authorities and institutions have a strategic role to play in promoting social cohesion. In this blog, we will use the example of a number of innovative projects to discuss possible measures to promote social cohesion. The recommendations concern the areas of activity defined in the blog post "European Initiatives to Promote Social Cohesion": Fostering Knowledge, Raising Awareness, Empowerment, Targeted Prevention, Victim Support, and Transversal Strategy.

 

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