Aktuelles / Termine / Veranstaltungen

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Tätigkeitsbericht 2018

Tätigkeitsbericht zum Download: (PDF)

Verpflichtungserklärung

zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zum Download: (PDF)

Internationale Sommerakademie auf Burg Schlaining, 10. – 14. Juli 2019

 

Dass Emotionen in der Politik und in sozialen und politischen Konflikten eine zentrale Rolle spielen, ist bekannt, wird aber trotzdem zu wenig berücksichtigt. Ist ein gewisses Ausmaß an persönlich empfundener Empörung notwendiger Bestandteil jedweden politischen Engagements und jedweder politischen Veränderung? Wann schlägt produktive Empörung in destruktive Gewalt um? Welche Ängste treiben den "Wutbürger" wirklich um? Wann wird Empörung zum Selbstzweck? Was macht den neuen Autoritarismus und Nationalismus für viele Menschen so attraktiv? Warum wählen Menschen Regierungen, die die Ohnmachtserfahrungen dieser selben Menschen noch potenzieren? Warum kann so viel Hass so schnell als Mittel der Politik mobilisiert werden? Warum scheint die Festgefahrenheit so vieler gewaltförmiger und kriegerischer Konflikte weniger mit der Abwesenheit von Transformationspotentialen und Lösungsvorschlägen, sondern vielmehr mit starrsinnig verteidigten Gefühlsqualitäten und damit unterfütterten Vorurteilsstrukturen zu tun zu haben?

Die Sommerakademie 2019 möchte diesen Fragen in einer interdisziplinären Anstrengung nachgehen. Bisher wurden die hier relevanten Konzeptionen und Erkenntnisse weder zwischen den beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen (Friedens- und Konfliktforschung, Sozialpsychologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaften) noch zwischen Wissenschaft und Politik wirklich übergreifend diskutiert. In Panels, Vorträgen und gemeinsamen Diskussionen sollen diese Lücken zumindest in Ansätzen geschlossen, Theorie und Praxis verknüpft, Annahmen überprüft und Handlungsperspektiven erörtert werden.

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Podiumsgespräch: Mo., 24. Juni 2019, 19h00

mit den Autorinnen Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr und Elke Rajal
Moderation: Günter Kaindlstorfer

1070 Wien, Urban-Loritz-Platz 2a
Veranstaltung der Büchereien Wien: Pro und Contra – aktuelle Sachbücher im Gespräch

Das Buch thematisiert die rassistisch begründete nationalsozialistische "Volksgemeinschaft" und den Umgang mit den "schädlichen Elementen" innerhalb der eigenen Reihen. Zu diesen "Gemeinschaftsfremden" zählten auch Mädchen und Frauen, die als "arbeitsscheu" oder "moralisch verkommen" galten. Einweisungen in Arbeitsanstalten, Gefängnis- und KZ-Haft wie auch Zwangssterilisationen waren die Folgen. Das Buch zeigt, dass Ausgrenzung, Stigmatisierung und Disziplinierung eine lange Tradition haben, die im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt, nicht aber ihren Endpunkt fand. Die Autorinnen präsentieren anhand von ausgewählten Beispielen, wie "Asozialität" im Nationalsozialismus konstruiert wurde, an welchen Orten die Frauen weggesperrt, geschunden und getötet wurden und wie die Nachkriegsgesellschaft mit den Verfolgten umging.

zum Folder der Büchereien Wien

 

 

 

Nachbarschaftsprojekt: StoP. Stadtteile ohne Partnergewalt – Evaluierung

Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser – wird im fünften Wiener Gemeindebezirk ein Projekt initiieren, das Nachbarinnen und Nachbarn für häusliche Gewalt sensibilisiert und ermutigt, sich gegebenenfalls einzumischen. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben wird vom IKF begleitend evaluiert.

Link zur Projekthomepage

 

Offizieller Auftakt am 18. Februar 2019    

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Evaluierung Sexualstraftaten

Der Sicherheitsbericht der Bundesregierung für das Jahr 2016 weist 899 angezeigte Vergewaltigungen aus, mit 850 weiblichen Opfern und einer Aufklärungsquote von rund 80 Prozent. 282 angezeigte geschlechtliche Nötigungen viktimisierten 265 Frauen, die Aufklärungsquote betrug 74 Prozent. Die Struktur der Täter-Opfer-Beziehung zeigt einen besonders deutlichen Unterschied: Während rund 21 Prozent der Vergewaltigungen in "familiären Beziehungen in Hausgemeinschaft" (BMI) erfolgen, spielt dieser Kontext nur bei gut neun Prozent der angezeigten geschlechtlichen Nötigungen eine Rolle. Die Evaluierung widmet sich daher u.a. den Täter-Opfer-Konstellationen, aber auch Entscheidungsgründen für Freisprüche – wie beispielsweise fehlende Zeuginnenaussagen oder die Beweisproblematik, wenn Aussage gegen Aussage stand – und der Rolle der Prozessbegleitung.

Im Zuge einer qualitativen Aktenanalyse wurden insgesamt fünfzig Gerichtsakten erhoben. Einbezogen wurden sowohl Vergewaltigungen sowie sexuelle Nötigungen (§§ 201, 202 StGB) als auch Verurteilungen bzw. Verfahren, die zu einem Freispruch führten. Die Untersuchung erfolgte in den beiden OLG-Sprengeln Wien und Innsbruck, um die beiden Pole des immer wieder konstatierten Ost-West-Gefälles berücksichtigen zu können.


Studie zum Download: (PDF)

 

 


Aktualisierung der Website "ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück"

www.ravensbrueckerinnen.at oder www.ravensbrückerinnen.at

2013 wurden mit der multimedialen Website die Ergebnisse jahrelanger historischer Forschung zu österreichischen Inhaftierten im KZ Ravensbrück der Institutsmitarbeiterinnen Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr erstmals für eine breite Öffentlichkeit, aber insbesondere für Schulen zugänglich gemacht. Wie bisher ermöglicht die Website eigenständige Recherchen zu und Auseinandersetzung mit den Facetten der nationalsozialistischen Verfolgung von Frauen (und Männern), die Inhalte wurden jedoch nun aktualisiert und stark ausgeweitet. Hintergrundtexte, Biographien, eine rund 2000 Namen umfassende Datenbank, Dokumente und Filme erlauben eine umfassende Beschäftigung mit dem Thema. Im "Lernraum" gibt es Anregungen für eine Vertiefung im Unterricht und für vorwissenschaftliche Arbeiten.

 


Just & Safer Cities for All

Europa erlebt eine erschreckende Zunahme von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und anderen Formen der Intoleranz. Das Projekt "Just & Safer Cities for All" – geleitet vom European Forum for Urban Security (Efus) – verfolgte das Ziel, auf lokaler und regionaler Ebene für diese Gewaltformen zu sensibilisieren und zu erheben, welche Antworten die Kommunen und Länder zu ihrer Bekämpfung gefunden haben.

Um diese Ziele zu erreichen, starteten die Projektpartner in insgesamt 15 EU-Ländern einen Aufruf, um innovative und vielversprechende Projekte zur Bekämpfung von Diskriminierung und Hassverbrechen auf lokaler Ebene zu erheben. Aus den eingelangten Projektdarstellungen – insgesamt waren es rund 140 – wurden anhand eines Kriterienkatalogs 50 Best-Practice-Beispiele ausgewählt und in die Publikation "Prävention von diskriminierender Gewalt auf lokaler Ebene: Praxisbeispiele und Empfehlungen" aufgenommen (siehe unten). Informationen über die anderen Projekte sind auf der Efus-Website nachzulesen.

   

 

 

 

 

Prävention von diskriminierender Gewalt auf lokaler Ebene: Praxisbeispiele und Empfehlungen

Die von Efus herausgegebene Publikation besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil diskutieren wir unseren Ansatz und die Konzepte von Hass- und Vorurteilskriminalität. Außerdem sind die wichtigsten Strategien europäischer Institutionen zur Bekämpfung vorurteilsmotivierter Gewalt zusammengefasst. Der zweite Teil präsentiert die 50 ausgewählten Projekte, gegliedert nach den Kategorien "Wissensproduktion", "Sensibilisierung", "Empowerment", "gezielte Prävention", "Opferhilfe" und "transversale Strategien". Im dritten Teil haben wir auf Basis der eingereichten Projekte und zahlreicher Diskussionen mit Fachleuten, WissenschafterInnen und PraktikerInnen Empfehlungen an lokale und regionale Behörden formuliert.

Die in sieben Sprachen aufliegende Publikation ist auf der Efus-Website zu finden. Die deutsche Fassung der Publikation ist kostenlos über das IKF erhältlich (telefonisch unter 01 713 16 40 oder per E-Mail.

 

 


CPD Policy Blog-Beiträge



Helga Amesberger und Birgitt Haller diskutieren in vier Blog-Beiträgen die Gefährdung des sozialen Zusammenhalts in heterogenen Gesellschaften durch vorurteilsmotivierte Gewalt und die strategische Rolle lokaler und regionaler Behörden beim Gegensteuern:


Just and Safer Cities for All: Social cohesion in heterogeneous societies

Currently, social cohesion is considered to be in danger across Europe, with political and media discourses mostly identifying cultural and religious differences as its greatest potential threat. Such a reduction not only disregards other social markers and thus the heterogeneity of a society, it also culturalises societal conflicts.


Just and Safer Cities for All: European initiatives to promote social cohesion

Discriminatory, group-specific violence is an expression and a result of social disintegration. Regarding this as a condition for an increased inclusion of marginalised groups and individuals, a variety of initiatives and programmes respond to the rise of such violence across the EU by making prevention and protection from violence their mission.


Just and Safer Cities for All: The Strategic Role of Local Authorities and Institutions in Promoting Social Cohesion

It is precisely the local level that plays an important role in promoting social cohesion, and this role does not only consist in funding relevant projects.


Just and Safer Cities for All: Recommendations for Promoting Social Cohesion at the Local Level

Local authorities and institutions have a strategic role to play in promoting social cohesion. In this blog, we will use the example of a number of innovative projects to discuss possible measures to promote social cohesion. The recommendations concern the areas of activity defined in the blog post "European Initiatives to Promote Social Cohesion": Fostering Knowledge, Raising Awareness, Empowerment, Targeted Prevention, Victim Support, and Transversal Strategy.

 

Aktuelle Forschungsberichte


SNaP – Polizeiliche und gerichtliche Schutzanordnungen bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen – die Situation von Frauen mit spezifischen Bedürfnissen

Das Daphne III-Projekt, welches unter der Leitung des IKF durchgeführt wurde, fokussiert auf die Wirksamkeit von Schutzanordnungen (z.B. Betretungsverbot und einstweilige Verfügung) bei weiblichen Gewaltopfern mit spezifischen Bedürfnissen. Das Konzept des Einsatzes von Schutzmaßnahmen impliziert, dass die geschützte Person autonom leben und Entscheidungen treffen kann. Wenn diese Fähigkeiten jedoch limitiert sind und das Opfer vom Täter abhängig ist, wird die Begrenztheit dieser Maßnahmen offensichtlich. Für sie kann eine Trennung vom Gefährder unter Umständen sogar zu einer verschlechterten Situation führen, wie z.B. einer Heimunterbringung oder Verlust der Aufenthaltsberechtigung. Es stehen also nicht allen Frauen gleichermaßen dieselben Möglichkeiten zur Verfügung.

Der Schwerpunkt der Untersuchung lag damit auf der Praxis, wobei die zentrale Frage lautete, ob und inwiefern spezifische Bedürfnisse von der Polizei und Justiz wahrgenommen werden und in welcher Weise darauf reagiert wird. Es galt ebenfalls zu eruieren, welche Faktoren Entscheidungen über die Anordnung von Schutzmaßnahmen bei Opfern mit spezifischen Bedürfnissen beeinflussen. Aus der Opferperspektive wurde analysiert, was sie darin hinderte, Opferschutzmaßnahmen in Anspruch zu nehmen und mit welchen Problemen sie konfrontiert waren, wenn sie sich an die Polizei oder andere Einrichtungen wandten.

Auf Basis der Forschungsergebnisse wurde zudem ein nationales Strategiepapier (Policy Paper) erarbeitet, das Politik, Behörden, Lobbyorganisationen und Opferschutzeinrichtungen für die Wahrnehmung spezifischer Bedürfnisse und die Folgen von deren Missachtung sensibilisieren soll.

Die nationale Finanzierung erfolgte durch das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen.

Bericht Österreich       Comparative Report       Policy Paper Austria

Weitere Länderberichte finden Sie auf der Projekthomepage www.snap-eu.org.


INASC – Verbesserte Unterstützung der Opfer von Partnergewalt durch Polizei und Justiz

Ziel des EU-Projekts INASC – gefördert durch die Europäische Kommission/ DG Criminal Justice – war es, mehr über die Situation von Opfern von Partnergewalt in Zusammenhang mit der strafrechtlichen Verfolgung des Täters in Erfahrung zu bringen und besser zu verstehen, wie das Handeln von Polizei und Justiz von ihnen erlebt wird. Untersucht wurden in einem Ländervergleich (Deutschland, Irland, Niederlande, Portugal und Österreich) die wesentlichen Merkmale der Unterstützungsangebote für Opfer von Partnergewalt sowie die Faktoren, die Einfluss darauf haben, wie Opfer auf drei verschiedenen Ebenen unterstützt und geschützt werden.

Hierfür wurden 70 Akten (der Staatsanwaltschaft Wien bzw. Gerichtsakten) analysiert und Interviews sowie Fokusgruppen mit VertreterInnen von Justiz, Exekutive und Gewaltschutzeinrichtungen geführt. Ergänzend wurden zehn Gewaltopfer zu ihren Erfahrungen befragt. Die Ergebnisse sind im österreichischen Länderbericht zusammengefasst.

Österreich-spezifischer Output des Projekts ist die praxisorientierte Broschüre Opferschutz umsetzen! Bedarfsorientierte Unterstützung der Opfer von Partnergewalt durch Polizei und Justiz, die zur nationalen Umsetzung der sogenannten Opferschutzrichtlinie (Richtlinie 2012/29/EU über die Mindeststandards für die Rechte, die Unterstützung und den Schutz von Opfern von Straftaten) beitragen soll. Die Broschüre versteht sich in erster Linie als ein Unterstützungsangebot für Polizei, StaatsanwältInnen und RichterInnen.

Report_Legal frame       Report_Austria       Broschüre "Opferschutz umsetzen!"

Comparative Report_legal frame       Comparative Report_findings

Weitere Länderberichte finden Sie auf der Projekthomepage www.inasc.org.


Restorative Justice in Cases of Domestic Violence

Das IKF arbeitet gemeinsam mit dem Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie IRKS am EU-Projekt "Restorative Justice in Cases of Domestic Violence: Best practice examples between increasing mutual understanding and awareness of specific protection needs" (Criminal Justice Programm, JUST/2013/JPEN/AG/5487) mit, das vom Verwey-Jonker Institut in den Niederlanden koordiniert wird. Die nationale Finanzierung erfolgt durch die österreichische Frauenministerin.

Ziel dieses von der Europäischen Kommission finanzierten Projektes ist es, einerseits die Anwendungspraxis von Restorative Justice (RJ) im Fall von familiärer Gewalt zu erheben und andererseits Bedingungen aufzuzeigen, unter denen ein RJ-Ansatz bei familiärer Gewalt möglich und sinnvoll ist. Um dies leisten zu können, ist eine ländervergleichende Untersuchung von best-practice Beispielen geplant. Es sind Interviews mit Opfern und Tätern vorgesehen, aber auch mit ExpertInnen aus Polizei und Justiz sowie mit Einrichtungen, die RJ-Maßnahmen durchführen.

Auf diesen Ergebnissen basierend werden ein "Modell" für die Anwendung von RJ bei familiärer Gewalt, das auf Kriterien für einen RJ-Einsatz, auf Risiken und Chancen eingeht, sowie ein Leitfaden und ein Manual für PraktikerInnen erarbeitet.

Comparative Report I     Comparative Report II

Leitfaden


Archiv (Link)