... Fortsetzung    Ausstellung: "asozial" – Ausgrenzung gestern und heute

Auf insgesamt 14 Tafeln werden die zentralen Zuschreibungen von "Asozialität, die rechtlichen Grundlagen, behördliche Routinen und Verfolgungswege erörtert. Zwangssterilisationen und Verfolgung von Jugendlichen, die Arbeitsanstalten für "asoziale" Frauen sowie die Überlebensbedingungen für "Asoziale" in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Uckermark sind weitere Themen. Zudem veranschaulichen zwei Porträts von als "asozial" verfolgten Frauen die Folgen für die solcher Art Stigmatisierten.

Besonders wichtig war es den Ausstellungsgestalterinnen, die Kontinuitäten im Diskurs über und der Stigmatisierung und Diskriminierung von sozialen Randgruppen zu betonen. Sie zeigen anhand vielfältiger aktueller Beispiele, wie bestimmte Denk- und Ausgrenzungsmuster auch 75 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft fortbestehen, indem Menschen bzw. Menschengruppen als "anders", als "fremd" und "unzugehörig" – aufgrund ihres Verhaltens, ihrer Moral, ihrer Herkunft, ihrer ökonomischen Möglichkeiten, ihrer Religion, ihres Geschlechts etc. – abgewertet, stigmatisiert und ausgegrenzt werden. Dieser Gegenwartsbezug verdeutlicht die Aktualität der Thematik.

Die Ausstellung war 2019 an folgenden Orten zu sehen: RESOWI-Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz; Campus der Universität Wien sowie Juridische Fakultät (Juridicum) der Universität Wien; St. Georgen/Gusen und Mauthausen im Rahmen des Dritten Internationalen Menschenrechtssymposiums der Bewusstseinsregion Mauthausen – Gusen – St. Georgen; Kunstuniversität Linz während der "16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen" in Linz (in Kooperation mit dem Frauenbüro der Stadt Linz, der Johannes Kepler-Universität Linz sowie der Kunstuniversität Linz).

Für 2020 ist die Ausstellung bereits für folgende Orte reserviert: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (auf Einladung der Abteilung Zeitgeschichte sowie des Universitätszentrums für Frauen- und Geschlechterstudien (UFZG) der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und des Slowenischen wissenschaftlichen Instituts in Klagenfurt); Arbeiterkammer Klagenfurt; Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, ÖGB Wien; Arbeiterkammer Burgenland.

CPDC